Sterzing

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Über Sterzing und das Skigebiet Rosskopf

Sterzing, oder Vipiteno, wie die Italiener die Stadt im Eisacktal nennen, liegt ca. 15 km südlich vom Brenner und ist somit die nördlichste Stadt Italiens.

Doch die kleine Stadt liegt nicht nur am nördlichsten, sie ist auch mit einer Lage von 948 m ü. d. M. eine der höchstgelegenen Städte der Alpen. Bereits 1182 n. Chr. wurde die Stadt urkundlich erwähnt mit dem Namen Sterzing. Auch heute findet man hier noch viele alte Gebäude und Gässchen.

Der Hausberg der Sterzinger, der Rosskopf, ist mit der Rosskopfbahn direkt aus der Stadtmitte zu erreichen. Die Einheimischen nennen den Berg auch “Monte Cavallo”, er gehört zu den Stubaier Alpen und sein Gipfel ist 2189 m. ü. d. M. Das Skigebiet hat leichte bis mittelschwere Pisten und ist perfekt für jegliches Wintervergnügen.

Bilder

  • Blick auf das Geburtshaus von dem Komponisten Johann Gänsbacher
  • Beginn der Fußgängerzone in der Neustadt
  • Blick in die Neustadt
  • Blick in die Neustadt mit ihren Laubengängen und Erkern in Sterzing
  • Lichthof in der Neustadt in Sterzing
  • Überreste von Fresken im Laubengang in der Neustadt Sterzing
  • Eingangstunnel zum Rathaus Sterzing mit Figuren
  • Blick in den Innenhof des Rathauses von Sterzing
  • Zugangstür mit Relikten im Hintergrund im Rathaus in Sterzing Rathaus
  • Originale Aufgangstreppe im Rathaus Sterzing
  • Originale Holztür der Ratsstube im Rathaus Sterzing
  • Original erhaltene gotische Ratsstube im Rathaus Sterzing
  • Kachelofen in der Ratsstube in Sterzing
  • Original Lüsternweibchen Lucretia im Rathaus Sterzing
  • Blick auf den Zwölferturm, das Wahzeichen von Sterzing
  • Beginn der Altstadt am Zwölferturm in Sterzing
  • Blick in die Altdtadt von Sterzing
  • Blick auf die Heilig-Geist-Kirche
  • Eingangstor zur Heilig-Geist-Kirche
  • Blick in die Heilig-Geist-Kirche
  • Gasthaus Krone in Sterzing
  • Schild des Gasthaus Krone in Sterzing
  • Entweihte Johanneskapelle mit Cafè
  • Kapuzinerkirche Hl. Magdalena von außen
  • St  Margarethenkirche Sterzing von außen
  • Blick in den Altarraum der St.  Margarethenkirche in Sterzing
  • Rodelverleih an der Bergstation Rosskopf in Sterzing
  • Talstation der Rosskopfbahn in Sterzing
  • Blick ins Tal aus einer Gondel der Rosskopfbahn in Sterzing
  • Skischule Camp2 an der Bergstation der Rosskopfbah in Sterzing
  • Start der 9,6 km langen Rodelbahn in Sterzing auf dem Rosskopf

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Zweiter Stopp der Südtiroltour: Sterzing und der Rosskopf

Bei unserem zweiten Stopp fahren wir wieder zurück Richtung Österreich in die nördlichste Stadt Italiens, nach Sterzing. Wir kommen abends an und checken im Sterzinger Moos, unserem Hotel für die nächsten beiden Nächte, ein. Noch in der Nacht beginnt es zu regnen und zu schneien. Beim Frühstück machen wir also erstmal einen Schlachtplan. Da es auf den Bergen immer noch schneit und neblig ist, entscheiden wir uns dafür, heute die Stadt Sterzing unsicher zu machen.

Sterzing - alte Stadt mit Charme

Zu Fuß laufen wir Richtung Zentrum und kommen immer wieder an schönen alten Gebäuden vorbei. An einem hängt ein großes Schild, das darauf hinweist, dass wir hier am Geburtshaus des Komponisten Johann Gänsbacher stehen. Das fängt ja schon geschichtsträchtig an, denken wir uns, und freuen uns auf unsere Stadtbesichtigung.

Neustadt und Altstadt

Nach kurzer Zeit erreichen wir die Neustadt, den Beginn der Fußgängerzone. Den Namen Neustadt hat dieser Teil der Stadt seit dem Jahr 1443 inne. Damals gab es einen großen Brand und viele Häuser wurden zerstört. Der danach neu aufgebaute Teil wird seitdem Neustadt genannt. Von hier aus können wir schon das Sterzinger Wahrzeichen sehen, den Zwölferturm: Dieser trennt die Stadt sowohl architektonisch als auch räumlich. Direkt hinter dem Turm beginnt die Altstadt.

Überall sind viele schöne alte Häuser zu sehen, in denen sich unten kleine, nette Geschäfte befinden. Wir entschließen uns, erst einmal durch die Straßen zu laufen und alles auf uns wirken zu lassen. Überall erblicken wir prächtige Bürgerhäuser, mittelalterliche Plätze und viele Kirchen.

Architektur der Neustadt

Nachdem wir uns einen Überblick verschafft haben, sehen wir uns zunächst die Sehenswürdigkeiten in der Neustadt an. Die Neustadt unterscheidet sich architektonisch enorm von der Altstadt, z.B. durch breitere Straßen. Und die schmalen, aber sehr langen Häuser sind der im Mittelalter erhobenen Fassadensteuer geschuldet. Die Länge eine Hauses war nicht entscheidend für die Höhe der Steuer, sondern die Breite. Um Licht in die 40 bis 50 m langen, aneinandergereihten Häuser zu bringen, gibt es immer wieder Innenhöfe, die heute oft als kleine Passagen genutzt werden. Ebenfalls neu in der Architektur sind die vielen Erker, die man an allen Fassaden findet: Zum einen bringen sie mehr Licht ins Innere, zum anderen sorgen sie für mehr Platz und einen schönen Ausblick auf die Straße. Außerdem gibt es vor den Geschäften Lauben mit Kreuzgratgewölbe und schönen Fresken, wie zum Beispiel am Haus Flamm. Diese Lauben dienten und dienen dazu, Waren auszustellen und vor Regen zu schützen. Viele Häuser sind an den Fenstern mit Stuck verziert und man sieht, dass in Sterzing großer Reichtum herrschte.

Das Rathaus

Relativ in der Mitte der Neustadt befindet sich das Rathaus, eine Perle in Südtirol. Das Haus wurde 1468 vom Sterzinger Stadtrat gekauft und umgebaut. Seitdem wird es als Rathaus genutzt. Viele Versammlungen und Sitzungen wurden darin schon abgehalten. Da man das Rathaus täglich besichtigen kann, schauen auch wir uns das Innere an. Zuerst geht es durch einen Gang, in dem Figuren aufgestellt sind, die Kleider und Schriftstücke aus verschiedenen Epochen zeigen. Durch diesen Gang gelangt man in den Lichthof. Dort befinden sich Objekte der Stadtgeschichte, so zum Beispiel ein Stadtwappen in Freiplastik aus dem 17. Jahrhundert.

Zurück im Gang finden wir eine Glastür, hinter der wir schon alte Relikte und Bilder sehen. Wir gehen hindurch und eine alte Treppe nach oben. Eine original erhaltene Treppe, wie wir schnell merken: Für den heutigen Standard sind die Stufen viel zu hoch und zu weit auseinander und es ist gar nicht so einfach, sie zu erklimmen.

Oben angekommen entdecken wir das Herzstück des Rathauses, die alte, noch im Original erhaltene, gotische Ratsstube, in der noch heute der Gemeinderat tagt. Der gesamte Raum ist mit Holz getäfelt. Die Fenster bestehen aus altem Bleiglas, die nur leicht abgedunkeltes Licht durchlassen. Es gibt umlaufende Wandbänke und einen alten Kachelofen, der auch heute noch die einzige Wärmequelle der Stube ist. An der Decke hängt das “Lüsternweibchen Lucretia”, das Albrecht Dürer als Vorlage für einen Stich diente. Von diesem Raum sind wir sehr beeindruckt, wir können die Geschichte förmlich riechen und spüren.

Hotel Lamm

Nach der Besichtigung des Rathauses haben wir erst einmal Hunger. Die Auswahl fällt uns nicht leicht, denn alleine in der Neustadt gibt es eine Menge Restaurants mit Karten, die sich sehr gut lesen. Wir entscheiden uns für das Hotel Lamm, eine gute Wahl, wie wir feststellen. Das Haus ist innen sehr modern, die Bedienungen sehr freundlich und wir bekommen unser Essen wirklich schnell. Das ist gut, denn wir haben einen Bärenhunger. Wir entscheiden uns für die Hirten-Maccheroni und es schmeckt einfach köstlich. Leider passt danach kein Nachtisch mehr in unsere Mägen.

Zwölferturm

Unser nächstes Ziel ist der Zwölferturm. Dieser steht prominent in der Mitte zwischen Neu- und Altstadt. Er ist mit seinen 46 Metern das höchste Gebäude von Sterzing und wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Der Turm ist nur von Ende November bis Anfang Januar geöffnet, so dass wir ihn nicht von innen besichtigen konnten. Aber auch von außen ist der Turm ein imposantes Gebäude. Er wurde aus Granitblöcken der Umgebung erbaut und sein Name stammt von der Tatsache, das seine Glocke um 12 Uhr die Bürger zur Mittagspause ruft. Wir gehen durch das Tor hindurch und stehen nun in der Altstadt. Hier wirkt alles gleich etwas enger und es gibt keine Lauben oder Erker. Dafür sehen wir den Stadtplatz, auf dem gerade die Buden des Weihnachtsmarkts abgebaut werden.

Altstadt

Hier liegt der Ursprung der Stadt. Um 1233 wurden hier die ersten Gebäude, ein Spital und ein burgartiger Speicher erbaut. Drei der heute ältesten Gebäude aus dieser Zeit stehen noch: die Johanneskapelle, in der sich heute ein Café befindet, das direkt angrenzende Gasthaus Krone, in dem bereits Heinrich Heine und der Freiheitskämpfer Andreas Hofer zu Besuch waren, sowie das Färberhaus gegenüber. Wir sind beeindruckt, wie viel alte Substanz wir hier noch finden. Denkmalschutz wird in Sterzing groß geschrieben.

Sterzing und seine Kirchen

Als nächstes machen wir uns auf die Suche nach den zahlreichen Kirchen. Die erste, erkennbar an einem kleinen Spitzturm, finden wir am Stadtplatz, die Heilig-Geist-Kirche. Von außen eher unscheinbar, und auch das Tor ist sehr klein, doch im Inneren haut es uns von den Socken: Die Kirche wurde 1399 erbaut und ist eine der besterhaltensten gotischen Kirchen Südtirols. Beim Bau gehörte sie zu einem Spitalkomplex. Die gesamte Decke und Wände sind überzogen mit einem gut erhaltenen Freskenzyklus aus dem Jahre 1402. Die Kirche ist nicht sehr groß, beeindruckt uns aber umso mehr.

Als nächstes gehen wir zur Kapuzinerkirche zur hl. Magdalena. Diese wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Da die Kirche nicht zugänglich ist, ziehen wir weiter, nur ein paar Meter, dann kommen wir zur St. Margarethenkirche. Diese ist heute barock und wurde von 1678 - 168 im frühgotischen Stil erbaut. Davon ist nur noch der Turm übrig. Wegen Geldmangels gibt es keine Fresken, die Kirche ist also eher schlicht gehalten. Lediglich der 12 m hohe Hochaltar aus den 1820ern ist sehr edel und pompös gearbeitet.

Noch vier weitere Kirchen gibt es in Sterzing, aufgrund der vielen Kirchtürme im Stadtbild hat Sterzing auch den Beinamen “Das Nürnberg Tirols”. Wir können nicht alle Kirchen anschauen und auch das Deutschhaus mit seinem Multscher- und Stadt-Museum können wir nicht besichtigen, da dieses erst im April öffnet. Aber so haben wir einen Grund, im Sommer wiederzukommen und dann auch gleich die Burg Reifenstein zu besuchen, die uns bereits von der Autobahn aus ins Auge fällt. Für heute geht es zurück ins Hotel zum Abendessen und danach schnell ins Bett, damit wir für den nächsten Tag auf dem Rosskopf fit sind.

Rosskopf

Zuerst frühstücken wir ausgiebig und erkundigen uns bei der Besitzerin des Hotels über das Wetter. Im Ort scheint zwar die Sonne, aber auf 2.000 Metern im Skigebiet ist es immer noch neblig. Das schreckt uns jedoch nicht ab. Wir packen also unsere Sachen und machen uns zu Fuß auf den Weg. Direkt hinter der Altstadt ist die Talstation der Rosskopfbahn, eine LEITNER ropeways Gondelbahn aus dem Jahre 1987. Die Bahn fährt uns von 961 m an der Talstation bis auf 1.853,5 m zur Bergstation. Die Sicht aus der Gondel ist wirklich toll, doch ab der Hälfte der Fahrt beginnt der angekündigte Nebel. Oben angekommen ist das Sichtfeld wirklich sehr eingeschränkt. Wir gehen ein bisschen und schauen uns um, trotz des Nebels sind einige Skifahrer unterwegs.

Wir suchen uns den präparierten Wanderweg, der etwa 6,5 km lang ist, und schlendern diesen ein wenig entlang. Zum Fotografieren ist die Sicht nicht gut genug und deshalb drehen wir auch schon bald um und holen unsere Schlitten. Diese haben wir bereits in der Talstation ausgeliehen und beim Personal an der Bergstation hinterlegt.

Die längste Rodelbahn Südtirols

Mit unseren Schlitten geht es nämlich jetzt über die 9,6 km lange Rodelbahn zurück ins Tal. Wir haben wirklich viel Spaß. Die Piste ist super präpariert und schlängelt sich den Berg hinunter. Wer Gas gibt, schafft die Strecke in unter 20 Minuten. Wir lassen uns lieber ein wenig Zeit und genießen die Umgebung, aber nach ca. 40 Minuten kommen wir auch unten an. Das Rodeln ist wirklich eine gute Alternative zum Skifahren, besonders für Familien ist sie gut geeignet. Wir geben unsere Schlitten ab und machen uns wieder auf den Weg zurück zu unserem Hotel. Dort holen wir unser Auto und verlassen das schöne Sterzing in Richtung Innerratschings, wo uns unsere letzte Etappe hinführt.

Fazit:

Sterzing und der Rosskopf sind wirklich schön. Gerade für Familien oder Paare, die nicht unbedingt Skifahren möchten, ist der Ort perfekt. Während die einen am Rosskopf ihrem Sport frönen, können die anderen in Sterzing einiges an Kultur erleben oder shoppen. Auch abends bietet es sich an, einmal durch die Straßen zu schlendern und das ein oder andere Gläschen Wein zu trinken. Perfekt, für alle, die keinen typischen Après-Ski benötigen.